Um es vorweg zu nehmen, heute hat die Karte gestimmt. Die geplanten 77km waren auch gefahrene 77km, wenn wir von der "Ehrenrunde" in Löcknitz bei der Campingplatzsuche mal absehen.
Die Nacht war noch mal recht frisch - gemäss Wetterapp nur 6-7 Grad - und am Morgen war sogar Nebel über dem Platz. Klar, das Wasser war wärmer. Trotzdem empfand ich es nicht so kalt, wie in der Nacht davor. Zum Glück hat die Morgensonne aber unsere Zelte fast komplett getrocknet, so dass wir sie gut einpacken konnten.
Da auf dem heutigen Weg noch weniger Einkehr- und Essensmöglichkeiten lagen als gestern, hatte ich heute Morgen im Lidl gleich ein paar Brötchen mehr gekauft, plus Wurst und Käse. So ausgestattet, konnten wir gegen 09:30 Uhr starten. Wir folgten zunächst weiter der Wasserstrasse und ab Friedrichsthal dann der Westoder bis Mescherin. Von dort wendet sich die Oder nach Nordosten, in Richtung Stettin. Der Radweg hingegen bog nach links ab, hinein in die Uckermark. Das wars dann mit "schaltfaulem" Fahren. Ab hier begann die Bergetappe. In stetig wechselndem bergauf und bergab radelten wir in Richtung Westen und somit auch dem Wind entgegen. Aber das war nicht schlimm. Der Wind war spürbar, aber nicht störend. Und jetzt, im Landesinneren, radelten wir durch schattige Alleen und vorbei an unwahrscheinlich vielen Rapsfeldern. Und diese Rapsfelder waren immer wieder durchzogen von mehr oder weniger grossen roten Flecken mit meinen so geliebten Mohnblumen. Dazwischen das Weiss der Kamille und das blau der Kornblumen. Wunderbare Anblicke, die uns auch immer wieder zum Anhalten bewegten.
Und heute Mittag, da meinte es Gott wieder gut mit uns. Die in der Karten eingezeichnete Sitzmöglichkeit in Schönfeld am Knotenpunkt 65 gab es nicht. So suchten wir etwas im Dorf umher und fanden eine kleine Bank ... und daneben ... parkte das Bäckerauto. So holten wir uns erst mal noch jeder ein Stückchen Kuchen und einen Kaffee, bevor wir unsere Brötchen verspeissten. Nur um Mario machte ich mir etwas Gedanken. Hatte er doch an Stelle von "Gerätehaus Freiwillige Feuerwehr" Getränkemarkt gelesen. War es doch zuviel Sonne heute?
Oder waren seine Bergattacken zu heftig. Denn immer, wenn es bergauf ging, zog er vorbei, der Mann im grünen Trikot - trotz massivem Gepäck auf dem Fahrrad.
Gegen 16:45 Uhr erreichten wir dann Löcknitz. Den Campingplatz mussten wir erst mal etwas suchen. Und dann ... Anmeldung nur online möglich. Im Schaukasten ein QR-Code, einscannen, auswählen, Bezahlung nur mit Paypal. Ohne Handy bist Du aufgeschmissen. In der Buchungsbestätigung dann ein 6-stelliger Code um die Toilette und die Waschräume zu öffnen. Naja, Service ist was anderes, aber wir haben einen Platz für die Nacht, mittlerweile lecker gegessen und versuchen nun, den Mücken nicht allzuviel Nahrung zu geben.