Unser Tag begann heute mit einem wunderbaren Frühstück im Radlerhof Aurith, denn unser 3-Bett-Zimmer gab es mit Frühstück. Herrlich, sich einfach an den gedeckten Tisch zu setzen. Und das Frühstück war so reichlich, dass wir die Brötchen, die wir uns für heute früh besorgt hatten als Verpflegung für unterwegs schmieren konnten. So war das Thema Hunger unterwegs schon mal vom Tisch.
Gegen 09:30 starteten wir in Richtung Frankfurt/Oder. Der Weg führte zunächst hinter dem Deich nach Brieskow-Finkenheerd und von dort wieder am Ufer der Oder entlang hinein nach Frankfurt/Oder. Vorbei an schön restaurierten und richtig verfallenen Villen erreichten wir die Oderinsel Ziegenwerder. Nach einem kurzen Lebensmitteleinkauf – was uns heute Abend erwartete wussten wir nicht und morgen kommt nicht viel, legten wir direkt am Ufer der Oder eine Mittagspause ein. Die Hälfte des Weges nach Küstrin lag da in etwa hinter uns. Auf einem strassenbegleitenden Radweg erreichten wir Lebus und von dort führte der Weg immer an der Oder bzw. auf dem Hochwasserschutzdamm entlang in Richtung Küstrin. Je nach Wind fuhren wir entweder auf dem Damm – was uns den schöneren Blick ermöglichte – oder windgeschützt hinter dem Damm.
Damit der Tag nicht zu langweilig wird, merkte ich kurz vor unserem Tagesziel, dass die Luft in meinem Hinterrad immer weniger wurde. Also Anhalten, Abladen und Flicken. Es waren kleine Splitter, die ich mir eingefahren hatte. Mit geflicktem Reifen und immerhin knapp 3 Bar Luftdruck, den ich mit der Hand gepumpt hatte erreichten wir in Kuhbrücke kurz hinter Küstrin den Fischereihof Schneider mit Pension, Campingplatz und leckerem Fischimbiss. So lecker, dass wir die Kultur, sprich den Besuch der Festung Küstrin, sein liessen und den Nachmittag auf dem Platz verbrachten. Schliesslich hatten wir gestern Abend von Daniel, einem Freund aus Norderney, schon die Beschreibung Küstrins aus Theodor Fontanes „Wanderungen in der Mark Brandenburg“ gelesen.
Der Regen scheint vorbei, die Nacht wird klar und somit wohl auch noch mal recht frisch. Egal, Hauptsache trocken. Hab mir vom Imbiss eine Wolldecke „ausgeliehen“ bis morgen früh.
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